Rechtliches
Kontakt
Christian-Liebig-Stiftung e.V.
Frundsbergstraße 23
80634 München
info@christian-liebig-stiftung.de
Spendenkonto
Christian-Liebig-Stiftung e.V.
IBAN: DE20 700 700 240 7003700 00
BIC: DEUTDEDBMUC
Deutsche Bank München
In der Werkstatt der Christian Liebig Secondary School riecht es nach Holz. Werkzeuge liegen bereit, erste Möbel werden gebaut oder repariert. Was vor einiger Zeit noch eine Idee war, nimmt auf dem Schulgelände immer mehr Gestalt an: ein Ort, an dem Schülerinnen und Schüler handwerklich arbeiten können und an dem die Schule künftig selbst Aufträge umsetzen soll.
Denn die Werkstatt soll nicht nur ein Ort sein, an dem einzelne Projekte durchgeführt werden, die regelmäßig neue Spenden für Material und Werkzeug brauchen. Vielmehr soll die CLSS-Werkstatt nun ein eigener kleiner Betrieb werden.
In der CLSS-Werkstatt wird fleißig gearbeitet.
Bislang haben Spenden vieles einzeln finanziert: Holz, Nägel, Werkzeuge, Arbeitsstunden. Für jede Bank, jeden Tisch und jede Reparatur musste neu geklärt werden, welche Kosten entstehen und wer sie trägt. Dieses Modell soll nun abgelöst werden.
Künftig kalkuliert die Schule feste Preise für Möbel und Reparaturen. Darin enthalten sind neben Holz und Schrauben auch Arbeitszeit, Werkzeugverschleiß und weitere Ausgaben. Die Christian-Liebig-Stiftung e.V. übernimmt dann nicht mehr einzelne Posten, sondern bestellt für Schulen, die Bedarf haben, konkrete Produkte oder Reparaturen und bezahlt den kalkulierten Endpreis.
Das verändert die Rolle der Schule. Sie erhält nicht nur Unterstützung, sondern entwickelt ein eigenes Angebot.
Zwei junge Männer reparieren Schulmöbel.
Der Bedarf ist da. Schulbänke und Tische werden im Alltag stark beansprucht. Sie gehen kaputt, müssen ausgebessert oder ersetzt werden. Wenn solche Arbeiten direkt an der CLSS erledigt werden können, spart das Wege, Zeit und Kosten.
Doch der Blick geht über die eigene Schule hinaus. Auch andere Schulen benötigen einfache, stabile Möbel. Besonders Einrichtungen, die von NGOs unterstützt werden, haben immer wieder Bedarf an Reparaturen oder neuen Bänken und Tischen. Die Werkstatt der CLSS könnte solche Aufträge künftig übernehmen.
Damit würde aus der Werkstatt eine Einnahmequelle für die Schule. Das Geld bliebe vor Ort für neues Material, für Werkzeug, für den Unterricht.
Die Werkstatt soll natürlich Möbel produzieren, aber auch den praktischen Unterricht an der Schule stärken.
Wenn die Schule mit Aufträgen Einnahmen erzielt, kann sie davon Material für den Werkunterricht kaufen, Werkzeuge instand halten und Workshops ermöglichen. Schülerinnen und Schüler könnten nach dem regulären Unterricht eigene kleine Projekte umsetzen, den Umgang mit Werkzeug lernen und erleben, wie aus Planung, Material und handwerklicher Arbeit etwas Brauchbares entsteht.
Gerade dieser praktische Teil ist wichtig. Wer misst, sägt, schleift und zusammensetzt, lernt anders als im Klassenzimmer. Es geht um Genauigkeit, Geduld und darum, ein Ergebnis in den Händen zu halten.
Damit die Werkstatt nicht von einzelnen Personen abhängt, wird derzeit vieles dokumentiert. Für Produkte entstehen Kalkulationen, Materiallisten, technische Zeichnungen und Ablaufpläne. So ist nachvollziehbar, was gebraucht wird, wie gearbeitet werden soll und welche Kosten entstehen.
Das macht die Werkstatt verlässlicher. Neue Fachkräfte können einsteigen, vorhandenes Wissen bleibt erhalten, Abläufe lassen sich weitergeben. Aus improvisierter Unterstützung wird nach und nach eine Struktur.
Noch ist dieser Aufbau nicht abgeschlossen. Preise werden geprüft, Produkte geplant, Abläufe festgelegt. Aber die Richtung ist klar: Die Werkstatt soll sich Schritt für Schritt selbst tragen.
Für die CLSS bedeutet das mehr als reparierte Tische und Bänke. Es bedeutet praktische Bildung, eigene Einnahmen und ein Stück mehr Unabhängigkeit.
Fotos: Affonso Gavinha