Sieglinde Liebig:
Vor ungefähr einer Woche überkam mich so ein Gefühl. Ich hatte nie Angst, dass Christian mit den Amerikanern an die vorderste Front mitgeht. Das hatte er versprochen, und da hatte ich Vertrauen. Als mich Bekannte fragten, ob ich keine Angst hätte, antwortete ich immer, dass er kein Draufgänger ist. Aber Angst insofern, dass etwas quer kommt. Es könnte ja sein, dass dem Saddam etwas einfällt. Und das war ja letztlich die Rakete. Ich hatte das schreckliche Gefühl, dass ihn etwas erwischt, obwohl er nicht mitten im Geschehen ist. Das habe ich ihm aber nicht gesagt. Als wir am Montagabend dann auf die Nachricht warteten, ob es sich bei dem getöteten deutschen Journalisten um Christian handelt oder nicht, haben wir gehofft. Aber ich habe es nicht vom Bauch, sondern vom Kopf her gewusst, dass etwas quer gekommen ist.