Wunderbarer Mensch
„Christian war zwar einerseits der unglaublich komische Humorist und Grimassenschneider, der eine unbändige Freude an voll-kommen chaotischen Situationen oder auch abstrakten Diskussionen hatte, die er mit seinem trockenen Humor wunderbar anheizen konnte. Aber diese urkomische Seite Christians war gepaart mit einer Ausgeglichenheit und Ruhe, die uns bei ihm, einer Melange aus einer Österreicherin und einem Berliner, fast schon erstaunen konnte. Er zeichnete sich schon in jungen Jahren dadurch aus, zuhören zu können, er war nie derjenige, der mit lauten Sprüchen in der Mitte stehen wollte, er war eher der, der mit bisweilen auch beißendem Sarkasmus das Geschehen mit ein wenig Abstand, aber mehr als treffend kommentieren konnte. Hierbei nahm er auch sich selbst nicht aus. Wir kennen wenige Menschen, die so intelligent und selbstironisch auch mal mit sich selbst ins Gericht gegangen sind …
Vor der Entscheidung, in den Irak zu gehen, waren wir noch intensiv in Kontakt, und viele von uns bekräftigten ihn, der zunächst immer abwog, in seiner Entscheidung, diese Herausforderung anzunehmen. Die Reaktionen auf seinen tragischen Tod bestätigen unsere Annahme, dass er nun auf der Schwelle war, Bedeutung für viele Menschen auf der ganzen Welt zu erlangen, und zwar mit seinem Stil, mit seinen dem Sensationsjournalismus völlig gegenläufigen Handlungen. Ein typisches Ereignis ist dabei für uns, dass er beispielsweise seine knappste Ressource, die Akku-Ladung des Satellitentelefons, mit einer amerikanischen Soldatin teilte, damit diese sich nach ihrer jungen Tochter erkundigen konnte, anstatt jedes Mikrowatt Ladung für die vermeintlichen „Sensationen von der Front„ zu verwenden. Das war Christian!“