Sollte sich das Virus jedoch demnächst rasant ausbreiten, wird es auch und vor allem die arme Bevölkerung massiv treffen.
Wie sollen Menschen ihre Familien ernähren, die als Tagelöhner während des Lockdowns nicht mehr arbeiten dürfen und die kein eigenes Stück Land haben, das sie “versorgt”? Wie sollen Hygienemaßnahmen, oder allein die Aufforderung, Abstand zu seinen Mitmenschen zu halten, umgesetzt werden? Das mag für den Großteil der Bevölkerung wie ein schlechter Witz klingen. Sie leben meist zu acht oder mehr auf engstem Raum, fließend Wasser gibt es nicht und die medizinische Versorgung ist quasi nicht existent.
Angesichts stark steigender Fallzahlen im Nachbarland Tansania ist die malawische Regierung jedoch fest entschlossen, die Bewegungsfreiheit bis auf Weiteres einzuschränken. Erste Demonstrationen erfolgten deshalb unmittelbar nach der Verkündung der Ausgangssperre. Lokale Märkte sind aber weiterhin offen. Versuche, zumindest den informellen Straßenhandel einzudämmen, sind bislang ohne Erfolg geblieben.